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Bei Zahnschmerzen hört der Ritterspaß auf

Altenberge. Natürlich würden die Mädchen am liebsten Burgfräulein und die Männer Schwertkämpfer sein, versichert Kasimir vom Bocksberg, selbst ein geübter Schwertkämpfer. Weil Waffen und Rüstung sowie feine Gewänder jedoch nicht gerade günstig sind, trifft man im heutigen Mittelalter auch viele einfache Leute niederen Standes. Mit preiswerten Jutegewändern fängt man an. Später, wenn man Spaß an der Sache gefunden hat, stattet man sich immer besser aus, erklärt der Mittelalterfan.
In ganz Deutschland gibt es unzählige Gruppen, die diese Epoche fasziniert. Man trifft sich, um seinem Hobby beim Schwertkampftraining oder Bogenschießen nachzugehen. Das Highlight sind die Lager. Dort campieren mehrere Gruppen gemeinsam auf einer Wiese, um so zu leben, wie im Mittelalter.

Jutta und Peter Wortmann alias Landogar und Lioba vom Rösteberg aus Altenberge besuchten ein Mittelalterspektakel und waren sofort begeistert. Sie sind der Gruppe Corvus Albus beigetreten, die sich monatlich trifft. Am Wochenende fand die Zusammenkunft auf ihrem Hof nahe dem Rösteberg statt. Bogenschießen, Schwertkampf und natürlich viele Unterhaltungen über das Leben im Mittelalter beziehungsweise wie das Mittelalter heute gelebt werden kann, standen auf dem Programm.

Jeder sucht sich einen eigenen Charakter aus, in dessen Rolle er schlüpft, beschreibt Roland von Hagen den Hintergrund. In unserer Gruppe geht es darum, den westfälischen Landadel, der vor 800 Jahren gelebt hat, möglichst authentisch darzustellen. Dabei ist es nicht Ziel, konkrete historische Persönlichkeiten zu kopieren da dieses ohnehin nicht möglich sei. Vielmehr möchten die Mittelalterliebhaber dem alltäglichen Leben im 13. Jahrhundert für die Zeit des gemeinsamen Spiels möglichst nahe kommen.

Bei den großen Treffen werden beispielsweise ausschließlich Gerichte aus dieser Zeit gekocht. Wir sind jedoch keine Brachialauthentiker, versichert Constance von Hagen. Brillen seien beispielsweise erlaubt.

Und wer einmal weiß, wie sich ein Wochenende mit Zahnschmerzen ohne Aspirin anfühlt, der kommt zum nächsten Mittelaltertreffen lieber mit modernen Schmerzmitteln, als sich von einem Schmied auf dem Markt behandeln zu lassen, weiß Kasimir von Bocksberg vielleicht auch aus eigener Erfahrung zu berichten.
Bei der Kommunikation unter den Gruppenmitglieder greift man ebenfalls nicht auf die mittelalterliche Form der Läufer und Reiter zurück: Wir wollen demnächst ein Internetforum anlegen. Die meisten Gruppen haben so etwas. Das ist die beste Möglichkeit, Informationen über Treffen oder Tipps auszutauschen, versichert der archaische Schwertkämpfer Roland von Hagen.

Quelle: Westfälische Nachrichten, Ausg. Altenberge, Montag, 11. April 2005


Campusfest an der Uni Dortmund 2005

Ein buntes Programm aus Information, Musik und Freizeitangeboten zog auch dieses Jahr wieder rund 25 000 Besucher zum Campus-Fest der Universität.
Gehörte der Freitag noch der Musik - der Campus-Sender "Eldoradio" präsentierte vor den üblichen Konzerten die Gewinner des Bandcast-ing-Wettbewerbs "Neukommer 2005" und übertrug live -, stand der Samstag ganz im Zeichen von Spaß und Studien-Information. Mit einem Tag der offenen Tür präsentierte sich jeder Fachbereich der interessierten Öffentlichkeit und gab Einblicke in die einzelnen Studiengänge. Besonders aufschlussreich: die Straße der Natur- und Ingenieurswissenschaften.

Hier konnten an Experimentier-stationen unter Anleitung Obstbranntwein, glibberiger Schleim und Blitzeis hergestellt oder einfach mal ein Blick in eine Brennstoffzelle riskiert werden. Im Audimax spielten, passend zur kommenden Fußball-WM, Menschen gegen Roboter Fußball, und auf der Wiese zwischen dem Café "Sonnendeck" und dem FH-Gebäude entführte der Verein "Corvus Albus" in seinem Heerlager in die Welt des Mittelalters. In historischen Gewändern wie der Brouche (ein Vorläufermodell heutiger Boxershorts) wurde nach authentischer mittelalterlicher Weise (ohne Kartoffeln und Tomaten) gekocht, bevor sich "wilde Weiber" in Schaukämpfen um die Gunst der Männer prügelten. Wem das noch nicht reichte, der konnte beim alljährlichen Seifenkistenrennen seine Favoriten anfeuern oder sich mit der Fachschaft Sport im Kanu aufs Wasser des Teiches vor der Bibliothek begeben.

Die Mensabrücke umwehte ein Hauch von kulinarischen Köstlichkeiten. Studierende aus aller Welt boten internationale Speisen an, und hungrige Gäste hatten die Qual der Wahl. Ob marokkanisches Couscous, koreanisches Feuerfleisch oder Reis mit Erdnuss-Sauce aus Kamerun: für jeden Geschmack war etwas dabei.
Um 16 Uhr war erstmal Schluss mit Informationstag, und der Campus holte Luft vor der Hauptattraktion des Abends: die Schwerter Coverband "K.R.A.S.S." wollte die Massen vor der Bühne am Albert-Schweitzer-Platz zum Tanzen bringen. In den Stunden dazwischen erholten sich viele Besucher bei der Fußballübertragung im "Sonnendeck" oder lauschten den "Roots Reggae"-Klängen von Student Stefan Ambrosi alias "Ubuntu Son", der vor der FH auf einem Lautsprecher stehend jamaikanische Klänge servierte.

Die Veranstalter waren sehr zufrieden. "Wir hatten wieder mindestens 25000 Besucher, wahrscheinlich aufgrund des guten Wetters sogar mehr", meinte Uni-Pressesprecher Ole Lünnemann.
Wer spät abends dann immer noch nicht genug hatte, feierte bei der "After Show"-Party bis in die frühen Morgenstunden kräftig ab.

Quelle: Westfälische Rundschau, Ausg. Dortmund, Juni 2005



Jeanne d´Arc in der Uni: Studenten erfahren Geschichte live

Das letzte Urteil ist gefällt, der Scheiterhaufen wartet. Jeanne d´Arc blickt dem Bischof stolz ins Gesicht. Die Schmerzen von den Fesseln an Händen und Füßen scheinen vergangen, wie die Angst vor dem Tod. Ohne ein Wort führen bedrohliche Wächter in Kettenhemden die junge Frau hinaus.

Diese gruselige Szene fand nicht etwa auf einer Theaterbühne, sondern nachmittags in einem Seminarraum des Historischen Instituts der Universität Dortmund statt. Als "Methodikwechsel" bezeichnet Prof. Gerhard E. Sollbach den neuen Ansatz der Wissensvermittlung. "Die Studierenden sollen durch die kleine Inszenierung einen unmittelbaren Zugang zur historischen Situation bekommen", erläutert er das didaktische Konzept seines Seminars "Ketzer und Ketzerverfolgung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit". Vier Wochen dauerten die Vorbereitungen dazu, und nicht nur Theaterspielen war hier gefragt: Die Studierenden mussten auch die originalen Prozessakten von 1431 aus der indirekten Rede des Lateinischen in die direkte deutsche Rede übersetzen und frei vortragen. Da das viel Text bedeutete, gab es zwei Jeanne d´Arcs, die sich die Rolle teilten: Wiebke Meyer und Eva Grunwald. Am meisten Text hatte "Bischof" Martin Mennes, der die Angeklagte an mehreren Prozesstagen der Ketzerei überführen sollte.

Um Jeanne d´Arc herum steht das Volk, gespielt von weiteren Seminarteilnehmern in langen, mittelalterlichen Gewändern - in der Wärme des Seminarraums eine beschwerliche Angelegenheit. Die stilechten Kostüme sind eine Leihgabe des Dortmunder Stadttheaters. Die bewaffneten Wachmänner neben der Heiligen Johanna sehen ebenfalls verblüffend echt aus. Es sind Ensemble-Mitglieder der Mittelalter-Gruppe "Corvus Albus", die Prof. Sollbach von seinen Aktivitäten auf Mittelalterfesten kennt. Auch die Szenen um Jeanne d´Arc sollen nächsten Samstag um 15 Uhr auf dem Campusfest der Universität Dortmund gezeigt werden - natürlich ohne Scheiterhaufen.

Quelle: Westfälische Rundschau, Montag, 19. Juni 2006

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Auf standhafte Knappen wartet der Ritterschlag - Beim Bergfest geht es ritterlich zu



Erstmals steht das Bergfest unter einem Oberthema: Das Mittelalter zieht sich wie ein roter Faden durch die Innenstadt und taucht hier und da an verschiedenen Stellen des Marktgeschehens wie im Bühnenprogramm immer wieder auf. So erwartet die Besucher am Sonntag gegen 16.00 Uhr beispielsweise ein kleines Schauspiel mit Hexen, Handwerkern in historischer Arbeitskleidung und einem "Säuferklotz".
Ein weiterer Höhepunkt steht am gleichen Tag bereits um 15 Uhr auf der Bühne auf dem Programm: Ingrid Minnebusch, Inhaberin eines Borghorster Kostümgeschägtes, zeigt dort eine mittelalterliche Kostümshow. Acht bis zehn Modells werdne an die 100 historische Kostüme aus ihrem Fundus präsentieren  vom Cape mit Kapuze, der Standartkleidung des "gemeinen" Volkes bis hin zu prunkvollen Burgherren- und Königsgewändern. Darunter sei auch das eine oder andere Original, verriet Ingrid Minnebusch - und eine Überraschung, die aber noch nicht verraten werden soll. Sie wird die Mode aus längst vergangenen Tagen und verschiedenen europäischen Ländern natürlich auch kommentieren.

Während Ingrid Minnebusch noch mit den Vorbereitungen beschäftigt war, trainierte die hochmittelalterliche Gruppe "Corvus Albus" in den vergangenen Tagen noch einmal intensiv mit ihren Schwertern. Die seien zwar nicht scharf, sondern reine Schauwaffen, brächten aber immerhin bis zu zwei Kilo auf die Waage, erklärt Vereinsmitglied Jutta Wortmann aus Altenberge. Am Samstag werden die Vereinsmitglieder, die aus Altenberge, Münster, Greven, Hagen und Essen kommen, um 16 Uhr ihre Künste auf der Bühne unter Beweis stellen.

Die Truppe trifft sich selbst außerhalb der Saison in der Regel einmal im Monat zum Training und Austausch und ist in der Saison Dauergats auf zahlreichen Mittelaltermärkten in verschiedenen Städten. So ist der Verein auch beim Bergfest nicht nur auf der Bühne zu sehn, sondern schlägt in der Grünanlage seine Ritter- und Küchenzelte auf. In zeitgenössischen Gewandungen, die die Mitglieder übrigens selber schneidern, zelebrieren sie dort live das Leben im Hochmittelalter. Standhafte Besucher können auch eine Knappenausbildung absolvieren - in einem 16 Kilogramm schweren Kettenhemd samt Eisenhut und Plattenhandschuhen. "Wer dann noch lebt, bekommt den Ritterschlag verpasst." schmunzelt Jutta Wortmann. Interessierte sollen sich schon mal ein paar Namen aussuchen. Außerdem können sich die Besucher bei "Corvus Albus" im Bogenschießen versuchen.Wer sich für das Hochmittelalter interessiert, kann übrigens bei "Corvus Albus" auch mal ein Wochenende zu Gast sein.


Quelle: Westfälische Nachrichten extra Ausgabe Altenberge, Freitag, 8. September 2006

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Ritter, Musiker und Prinzessinnen

-her- Altenberge. Besonders die jüngeren Besucher machten große Augen, als die Gaukler, Schaukämpfer und Musikanten auf dem Marktplatz in Altenberge auftauchten.
Am Samstag ging es um 15 Uhr los: Mit Geige und Gitarre, barfuß mit mittelalterlichen Kostümen sorgte Frankastico aus Laer mit seiner Mitarbeiterin Sabine (Violine) Lütke für musikalische Unterhaltung. Das Duo erheiterte unter dem Motto Lieder von vorgestern für Leute von heute und morgen das Publikum. Von Räubern, Rittern und Hexen wurde gesungen und mit lustigen Texten brachten die beiden so manchen Zuschauer zum Lachen. Am Sonntag wiederholten sie ihren Auftritt.

Weiter ging es mit einem mittelalterlichen Schaukampf: Mitglieder des Vereins Corvus Albus (zu Deutsch: weißer Rabe) lieferten sich ein eindrucksvolles Gefecht. Mit echten natürlich ungeschliffenen Schwertern und Kostümen, die von Kettenhemd bis Wappen alles beinhalteten, traten sie auf.
Die Mitglieder vom Corvus Albus waren es auch, die am alten Friedhof ein Zeltlager aufgebaut hatten. Dort lebten sie für dieses Wochenende wie die Menschen im Mittelalter, kochten über dem Feuer, schliefen in Zelten und verdienten Geld, indem ihr Reliquienhändler Einhornhörner oder Wasser vom Toten Meer, als es noch lebendig war verkaufte. Zusätzlich boten sie vorwiegend für Kinder einen Ritterschnellkurs an. Bei diesem erhielten die potenziellen Ritter eine Knappenausbildung, bei der sie zum Beispiel lernten, wie man richtig mit Schwertern kämpft. Zum Schluss erhielten sie feierlich den Ritterschlag und, wenn sie wollten, ein Holzschwert. Außerdem konnte sich der Nachwuchs im Bogenschießen messen.

Am Sonntag ging es mittelalterlich mit einer Kostümschau weiter. Ingrid Minnebusch aus Borghorst leitete eine kleine Modenschau mit Verkleidungen aus ihrem Kostümverleih. Bauern, Bettler Novizinnen, Burgfräuleins und Prinzen konnte man sich dort anschauen so wie sie vor 800 Jahren vermutlich ausgesehen haben.
Von einigen Altenbergern wurden schließlich noch ein paar brutalere Aspekte des Mittelalters aufgegriffen. Da gab es Handwerker, die sich betranken und deswegen an den Pranger kamen; oder Hexen, die sich stritten und deswegen bestraft wurden. Und das alles mitten im Publikum.
Die Idee, das Bergfest mit einem Hauch von Mittelalter aufzupeppen, stammt von der Werbegemeinschaft. Wir haben das für dieses Jahr aufgegriffen, und wie man sieht, lässt sich ja einiges daraus machen, so Gemeindemitarbeiter Ulrich Krass.

Quelle: Westfälische Nachrichten, Sonntag, 10. September 2006

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Adlige aus Mittelalter halten Hof

Herdecke. Am morgigen Mittwoch startet die 39. Maiwoche in Herdecke. Neben Altbewährtem ragen zwei Neuerungen heraus: Der Mittelalter-Verein„Corvus-Albus“ zeigt sich am Sackträgerbrunnen, die Jugendbühne steht am Stelenbrunnen.

Kritiker könnten den Organisatoren der Herdecker Maiwoche vorwerfen, dass es bei dem am morgigen Mittwoch beginnenden Stadtfest fast nichts Neues gibt. Andererseits: Warum sollen sie ein erfolgreiches Format ändern? Ergo kommt die 39. Ausgabe mit viel Altbewährtem daher. Mehr als 40 Veranstaltungspunkte bieten Musik, Spaß und Genuss, wobei für viele die freundschaftlichen Begegnungen im Mittelpunkt stehen dürften.

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Mitmachangebote am ältesten Haus

Wer nach einer inhaltlichen Klammer zwischen Altbewährtem und den wenigen Neuerungen sucht, wird im Mittelalter fündig. Während Figuren wie die Stiftsdame und der Sackträger aus der Herdecker Geschichte nicht wegzudenken sind, greift der Mittelalterverein „Corvus-Albus“ erstmals ins Maiwochen-Geschehen ein. Die Truppe mit Sitz in Hagen und mit Mitgliedern aus ganz Nordrhein-Westfalen gruppiert sich am Sackträgerbrunnen, wo passenderweise das älteste Haus Herdeckes (Café Kornspeicher) steht. „Das ist ein nettes Ambiente“, freut sich Vereinsvertreterin Heike Korthals, die über den Herdecker Historiker Prof. Gerhard E. Sollbach zum Stadtfest vermittelt wurde.

Die Mitglieder von „Corvus-Albus“ werden am Donnerstag niederrangige Adlige in entsprechenden Gewändern aus dem Hochmittelalter darstellen. Ritter Roland von Hagen mit Gattin Konstanze, ein Wächter mit seiner Ehefrau und weiteres Gefolge präsentieren Kettenhemden und Helme (zum probeweisen Anziehen), Waffen, ein Schachspiel mit besonderen Figuren sowie zwei Kinderspiele wie etwa Drachenjagen. Auch historisches Wissen wird über Faksimiles oder alte Rezepte vermittelt. „Einen Schaukampf wird es aber nicht geben“, so Heike Korthals. (...)

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Montag, 06.05.2013